Wissenswertes zu Stauden
Stauden sind mehrjährige Pflanzen, deren oberirdische Pflanzenteile nicht oder nur wenig verholzen. Viele krautige Stauden ziehen im Herbst oder Winter oberirdisch ein und treiben im Frühjahr aus ihren Wurzeln, Rhizomen, Knollen oder anderen Überdauerungsorganen erneut aus.
Es gibt allerdings auch winter- oder immergrüne Stauden, deren Blätter ganz oder teilweise erhalten bleiben.
Stauden umfassen eine große Vielfalt unterschiedlicher Pflanzen. Sie reichen von niedrig wachsenden Bodendeckern bis zu hohen, aufrecht wachsenden Arten. Auch Blütenfarben, Blattformen, Wuchsformen und Standortansprüche unterscheiden sich deutlich.
Stauden im Beet
- mehrjährige Pflanzen
- unterschiedliche Ansprüche an Standort und Boden
- Überdauerung beispielsweise über Wurzeln, Rhizome oder Knollen
- unterschiedliche Blütezeiten je nach Art und Sorte
- verschiedene Blütenfarben, -formen und -größen
- ungefüllte, halbgefüllte oder gefüllte Blüten möglich
- unterschiedliche Wuchsformen von bodendeckend bis aufrecht wachsend
- sommergrüne, wintergrüne und immergrüne Arten
Mehrjährig & Anpassungsfähig
Stauden zeichnen sich dadurch aus, dass sie mehrere Jahre leben.
Viele krautige Stauden ziehen während der kalten Jahreszeit oberirdisch ein und treiben im Frühjahr erneut aus. Andere behalten ihr Laub teilweise oder vollständig.
Wie gut eine Staude mit Frost, Hitze, Trockenheit oder bestimmten Bodenverhältnissen zurechtkommt, hängt von der jeweiligen Art und Sorte ab. Deshalb sollte die Pflanzenauswahl immer zum vorhandenen Standort passen.
Blickfang Staudengarten
Bei der Gestaltung eines Staudenbeetes können unterschiedliche Wuchshöhen miteinander kombiniert werden.
Höhere Pflanzen stehen häufig im hinteren oder mittleren Bereich des Beetes, während niedrigere Stauden und Bodendecker im Vordergrund eingesetzt werden können. Bei frei einsehbaren Beeten kann die Gestaltung entsprechend angepasst werden.
Auch Beete nach bestimmten Farbwelten, Blütezeiten oder Gartenthemen sind möglich.
Mit einer Pflanzenhöhe bis dreißig Zentimeter
- wie Gänsekresse (Arabis caucasica) oder Thymian (Thymus vulgaris)
- Wald-Erdbeere, Großblättriges Immergrün, Storchenschnabel, Großblättriger Frauenmantel, Buschwindröschen, Schleifenblume, Waldmeister, Lavendel, Waldmeister, Funkien, Gedenkemein,...
Mit einer Pflanzenhöhe von dreißig bis sechzig Zentimetern
- wie Staudenphlox (Phlox paniculata) oder Sonnenhut (Rudbeckia)
- Schafgarbe, Odermeninng, Frauenmantel, Immortelle, Löwenmäulchen, Geißbart, Astern, Lanzenspirre, Ziest, Minze, Großblumige Glockenblume, Nelke, Wolfsmilch, Storchenschnabel, Nelkenwurz, Nieswurz, Taglilie, Funkien, ...
Mit einer Pflanzenhöhe bis 150 Zentimeter
- wie Rittersporn (Delphinium elatum) oder Sonnenbraut (Helenium)
- Hohe Gold-Garbe, Duftnessel, Große Ochsenzunge, Ochsenzunge, Schleier Aster, Myrten-Aster (Septemberkraut)
Plane Staudenbeete vorausschauend
Jede Staude besitzt eigene Wachstums- und Blütezeiten. Durch eine Kombination früh, sommerlich und spät blühender Arten lässt sich über einen langen Zeitraum für wechselnde Blütenaspekte im Garten sorgen.
Da Stauden mehrere Jahre wachsen können, eignen sie sich für langfristig angelegte Beete.
Mögliche Gartenstile sind beispielsweise:
- Bauerngarten
- Präriegarten
- Steingarten
- Wildpflanzengarten
- Zen-Garten
- Kübelgarten
- Dachbegrünung
- Pflanzungen mit gezielt ausgewählten pollen- und nektarbereitstellenden Arten
Ob eine Staude für den jeweiligen Zweck geeignet ist, hängt von Art, Sorte und Standortbedingungen ab.
Arten & Sorten
Wir stellen vor
Einige Beispiele
Es gibt eine große Vielfalt verschiedener Staudenarten und -sorten. Einige bekannte Beispiele sind:
Staudenphlox (Phlox paniculata)
Staudenphlox bildet auffällige Blütenstände und ist in zahlreichen Sorten erhältlich. Die Blütenfarben reichen unter anderem von Weiß und Rosa bis zu Rot und Violett. Viele Sorten besitzen einen wahrnehmbaren Duft.
Sonnenhut (Rudbeckia)
Rudbeckien sind überwiegend für ihre gelben bis orangegelben Blüten mit einer dunkleren Blütenmitte bekannt. Je nach Art und Sorte unterscheiden sie sich in Wuchshöhe, Blütezeit und Blütenform.
Nicht zu verwechseln ist Rudbeckia mit dem ebenfalls als Sonnenhut bezeichneten Echinacea, bei dem auch rosa oder purpurfarbene Blüten vorkommen.
Rittersporn (Delphinium)
Mehrjährige Rittersporne bilden auffällige, aufrechte Blütenstände. Je nach Sorte können die Blüten beispielsweise Blau, Violett, Weiß oder Rosa sein.
Rittersporn ist giftig und sollte nicht verzehrt werden.
Astern
Unter dem Namen Astern werden verschiedene überwiegend spät blühende Stauden zusammengefasst. Je nach Art und Sorte erscheinen ihre Blüten unter anderem in Weiß, Rosa, Blau oder Violett.
Viele Astern blühen im Spätsommer oder Herbst.
Stauden für verschiedene Standorte
Stauden können für sehr unterschiedliche Standorte ausgewählt werden.
Es gibt Arten und Sorten für:
Die meisten Stauden bevorzugen sonnige Standorte mit direkter Sonneneinstrahlung für mindestens sechs Stunden pro Tag. Diese Standorte bieten optimale Bedingungen für das Wachstum sowie die Blüte vieler Staudenarten. Es ist wichtig sicherzustellen, dass der Boden an sonnigen Standorten gut drainiert ist und ausreichend Feuchtigkeit enthält.
Einige Staudenarten gedeihen besser an halbschattigen Standorten, wo sie sowohl vom Sonnenlicht als auch vom Schatten profitieren. Diese Standorte erhalten morgens oder nachmittags Sonne, während sie den Tag über Schatten haben. Es ist wichtig, die individuellen Lichtbedürfnisse der Stauden zu berücksichtigen und zu garantieren, dass sie genügend Licht erhalten, um gut zu wachsen und zu blühen.
Es gibt auch Staudenarten, die gut im Schatten gedeihen. Diese Pflanzen sind häufig an Wald- oder Unterholzumgebungen angepasst, in denen sie weniger direktes Sonnenlicht erhalten. Schattige Standorte können unter Bäumen, entlang von Gebäuden oder in Bereichen mit begrenztem Sonnenlicht liegen. Stauden für schattige Standorte können das Grün des Gartens ergänzen sowie eine attraktive Textur und Farbe bieten.
Einige Stauden bevorzugen feuchte Standorte oder sogar Bereiche, die zeitweise überschwemmt werden. Diese Pflanzen sind gut an feuchte Böden angepasst und können in Bereichen, wie zum Beispiel Uferzonen, sumpfigen Gebieten oder Regenwassergärten angebaut werden. Um Staunässe zu vermeiden, ist es wichtig, dass der Boden ausreichend entwässert wird.
Es gibt auch Stauden, die gut an trockenen Standorten wachsen und blühen. Sie benötigen weniger Wasser. Oft sind sie an trockene sowie aride Umgebungen angepasst und können in Steingärten, Trockenmauern oder trockenen Böschungen angebaut werden. Wichtig ist, dass der Boden gut durchlässig ist und dass die Stauden während der Etablierungsphase ausreichend bewässert werden.
Staudenpflege für einen schönen Garten
Der Pflegebedarf von Stauden kann sich je nach Art, Sorte und Standort deutlich unterscheiden. Einige Arten kommen mit wenig Pflege aus, während andere regelmäßige Wassergaben, Düngung, Rückschnitt oder Stützen benötigen.
Pflanzzeit
Frühjahr und Herbst sind für viele Stauden günstige Pflanzzeiten.
Containerstauden können grundsätzlich auch zu anderen Zeiten gepflanzt werden, sofern der Boden frostfrei ist und eine ausreichende Wasserversorgung gewährleistet werden kann.
Eine Herbstpflanzung bietet bei vielen winterharten Stauden den Vorteil, dass der Boden noch vergleichsweise warm ist und die Pflanzen vor dem Winter neue Wurzeln bilden können.
Frostempfindliche oder nässeempfindliche Arten werden häufig besser im Frühjahr gepflanzt.
Gießen
Frisch gepflanzte Stauden benötigen während der Anwachsphase eine zuverlässige Wasserversorgung.
Gieße möglichst gründlich, sodass das Wasser den Wurzelbereich erreicht. Anschließend sollte der Boden – abhängig von der jeweiligen Staudenart – wieder etwas abtrocknen können.
Der Wasserbedarf etablierter Stauden hängt stark von Art, Standort, Boden und Witterung ab.
Während längerer Trockenperioden können zusätzliche Wassergaben erforderlich sein.
Staunässe sollte bei Arten, die sie nicht vertragen, vermieden werden.
Düngen
Nicht jede Staude benötigt regelmäßig zusätzlichen Dünger.
Wie hoch der Nährstoffbedarf ist, hängt von Art, Boden und Standort ab. Stark wachsende und nährstoffbedürftige Stauden können im Frühjahr bei Bedarf mit einem geeigneten Dünger versorgt werden.
Bei der Verwendung von Dünger sollten die Dosierungs- und Anwendungshinweise des Herstellers beachtet werden.
Eine Überdüngung sollte vermieden werden.
Schneiden
Die notwendigen Schnittmaßnahmen unterscheiden sich je nach Staudenart.
Verblühte Blütenstände können bei einigen Arten entfernt werden, um eine weitere Blütenbildung anzuregen oder eine unerwünschte Selbstaussaat zu vermeiden.
Andere Samenstände können über Herbst und Winter stehen bleiben.
Abgestorbene Triebe vieler krautiger Stauden können im Herbst oder im Frühjahr vor dem neuen Austrieb zurückgeschnitten werden.
Kranke oder faulende Pflanzenteile sollten unabhängig davon bei Bedarf entfernt werden.
Mulchen
Eine Mulchschicht kann dabei helfen, die Verdunstung von Wasser aus dem Boden zu reduzieren und unerwünschten Pflanzenwuchs einzuschränken.
Ob und welches Mulchmaterial geeignet ist, hängt von der jeweiligen Staudenart und ihren Standortansprüchen ab.
Bei Pflanzen, die trockene und nährstoffarme Böden bevorzugen, ist eine dicke Schicht organischen Mulchs nicht immer sinnvoll.
Mulch sollte nicht direkt an empfindlichen Trieben oder Pflanzenbasen angehäuft werden.
Rankstützen
Außerdem benötigen einige hohe oder schwerblütige Stauden möglicherweise Unterstützung, um ein Umknicken oder Brechen der Stiele zu verhindern. Verwende hierfür Stützstäbe oder Pflanzengitter, um die Stauden aufrecht zu halten.
Platziere die Stützen frühzeitig, damit Du damit nicht ins Wachstum der Pflanze eingreifst.
Winterpflege
Viele Gartenstauden sind winterhart und können den Winter im Freien verbringen. Die tatsächliche Frostverträglichkeit hängt jedoch von Art, Sorte und Standort ab.
Empfindlichere Pflanzen können einen zusätzlichen Winterschutz benötigen.
Bei Stauden im Kübel ist der Wurzelballen stärker Frost und Temperaturschwankungen ausgesetzt als im Gartenboden. Je nach Winterhärte der Pflanze und Größe des Gefäßes kann deshalb ein zusätzlicher Schutz sinnvoll sein.
Auch im Winter sollte darauf geachtet werden, dass der Wurzelballen nicht dauerhaft vernässt oder vollständig austrocknet.
Krankheiten & Schädlinge
Auch Stauden können von Krankheiten oder Schädlingen betroffen sein.
Kontrolliere auffällige Pflanzen zunächst genau, bevor Maßnahmen ergriffen werden. Gelbe Blätter, schwacher Wuchs oder welkende Triebe können beispielsweise unterschiedliche Ursachen haben und müssen nicht automatisch auf einen Schädlingsbefall zurückzuführen sein.
Bei geringem Schädlingsbefall können je nach Schädling mechanische Maßnahmen wie Absammeln, Entfernen befallener Pflanzenteile oder Abbrausen ausreichend sein.
Auch verschiedene räuberisch oder parasitisch lebende Tiere können bestimmte Schädlinge fressen oder parasitieren. Welche Gegenspieler eine Rolle spielen, hängt vom jeweiligen Schädling ab.
Pflanzenschutzmittel sollten nicht pauschal eingesetzt werden. Falls ihr Einsatz notwendig ist, dürfen nur für den jeweiligen Anwendungsbereich zugelassene Mittel entsprechend den aktuellen Hersteller- und Zulassungshinweisen verwendet werden.
Häufige Krankheiten bei Stauden
Stauden können unter verschiedenen Pilzkrankheiten leiden, wie Mehltau, Fusariumwelke oder Grauschimmel. Diese Krankheiten können zu Blattflecken, Welke, Verfärbungen oder Pilzwachstum führen. Die beste Methode, um Pilzkrankheiten zu verhindern, besteht darin, für eine gute Luftzirkulation um die Pflanzen herum zu sorgen, Blätter trocken zu halten und die Pflanzen nicht zu überwässern.
Einige Staudenpflanzen können von bakteriellen Infektionen betroffen sein, die zu Flecken, Welke oder Absterben der Pflanzenteile führen können. Um bakterielle Infektionen zu vermeiden, ist eine gute Hygiene wichtig, zum Beispiel das Entfernen sowie Entsorgen infizierter Pflanzenteile und das Vermeiden von Überwässerung.
Stauden können von verschiedenen Viren befallen werden, die zu gelben Blattverfärbungen oder deformierten Blüten führen können. Da es keine direkte Behandlung für Viruserkrankungen gibt, solltest Du infizierte Pflanzen entfernen und vernichten, um eine Ausbreitung auf andere Pflanzen zu verhindern.
Unterschiedliche Schädlinge können Stauden befallen, darunter Blattläuse, Schnecken, Raupen, Spinnmilben sowie Weiße Fliegen. Sie können Schäden an den Blättern, Knospen oder Blüten verursachen. Eine gute Gartenhygiene und das Entfernen von Unkraut können dazu beitragen, Schädlingsbefall zu reduzieren.