Wissenswertes zur Tulpe
- Zwiebelpflanze und mehrjährige Pflanze
- Gattung innerhalb der Liliengewächse (Liliaceae)
- Frühjahrsblüher
- Zierpflanze
- für Beet, Topf und als Schnittblume geeignet
- Schnittblumen vor allem im Winter und Frühjahr erhältlich
- Blütezeit im Garten je nach Art und Sorte etwa von März bis Mai
- ein-, zwei- und mehrfarbige Sorten
- viele Gartentulpen bevorzugen einen sonnigen Standort
- gut durchlässiger Boden
- nicht zum Verzehr geeignet; Pflanzenteile können bei Aufnahme gesundheitliche Beschwerden verursachen
Herkunft der Tulpe
Tulpen besitzen ein großes natürliches Verbreitungsgebiet. Die Gattung Tulipa kommt ursprünglich von Süd- und Osteuropa und dem Mittelmeerraum über Vorder- und Zentralasien bis in die Mongolei und Teile Westchinas vor.
Eine besonders große Artenvielfalt findet sich in Zentralasien.
Viele Wildtulpen wachsen in Regionen mit kalten Wintern, einem vergleichsweise feuchten Frühjahr und trockenen Sommern. Diese Bedingungen erklären, warum viele Gartentulpen einen gut durchlässigen Standort und eine trockene Ruhephase im Sommer bevorzugen.
Die Ansprüche unterscheiden sich jedoch je nach Tulpenart.
Symbolik der Tulpe
Tulpen besitzen eine lange Kulturgeschichte und waren besonders in den Niederlanden des 17. Jahrhunderts Gegenstand eines spekulativen Handels, der als „Tulpenmanie“ bekannt wurde.
Einzelne besonders begehrte Sorten erzielten zeitweise sehr hohe Preise. Die oft wiederholte Behauptung, eine einzelne Tulpenzwiebel habe grundsätzlich den Wert eines Amsterdamer Grachtenhauses gehabt, sollte jedoch nicht als allgemeine historische Tatsache dargestellt werden.
Heute werden Tulpen in der Blumensymbolik je nach Farbe unterschiedlich interpretiert. Rote Tulpen werden beispielsweise häufig mit Liebe verbunden.
Solche Bedeutungen sind kulturell geprägt und nicht einheitlich festgelegt.
Blütenfarben & Formen der Tulpenblüte
Tulpen gibt es in zahlreichen Farben, beispielsweise:
- Weiß
- Gelb
- Orange
- Rosa
- Rot
- Violett
- Grün
- mehrfarbig
Sehr dunkle Sorten werden im Handel teilweise als „schwarz“ bezeichnet, besitzen botanisch jedoch meist sehr dunkle violette oder purpurfarbene Blüten.
Auch die Blütenformen unterscheiden sich:
- einfache Tulpen
- gefüllte Tulpen
- gefranste Tulpen
- Papageien-Tulpen
- lilienblütige Tulpen
- Fosteriana-Tulpen
- päonienblütige Tulpen
Französische Tulpen
Als „Französische Tulpen“ werden im Handel häufig besonders langstielige Schnitt-Tulpen mit großen Blüten bezeichnet. Dabei handelt es sich eher um eine Handelsbezeichnung als um eine eigene botanische Tulpenklasse.
Die Tulpenpflanze als Schnittblume
Tulpenland Niederlande
Die Niederlande spielen eine bedeutende Rolle im internationalen Anbau und Handel mit Tulpen und anderen Blumenzwiebeln.
Zu den bekannten Anbaugebieten gehört die sogenannte Bollenstreek zwischen Leiden und Haarlem.
Auch der Keukenhof ist für seine umfangreichen saisonalen Blumenzwiebelpflanzungen bekannt.
Konkrete Produktions-, Export- oder Flächenzahlen sollten regelmäßig überprüft und mit Jahresangabe genannt werden, da sie sich verändern können.
Weltgrößter Tulpenexporteur Niederlande
Schon um 1600 kam die Tulpe nach Holland und wurde zum Aushängeschild der Reichen. In den 1630 Jahren gingen die Preise in die Höhe - die Tulpomanie hatte begonnen und wurde erst 1637 beendet, nachdem die Spekulationsblase endlich geplazt war.
Die Tulpenbauern produzierten weiter und der Tulpenexport wurde ausgebaut. Mitlerweile ist die Tulpe das Landessymbol der Niederländer und das berühmteste Exportprodukt.
Heute sind die Niederlande der größte Tulpenexporteur der Welt und bauen auf über 26.000 Hektar 50 Millionen Tulpen an.
Pflege-Tipps für Tulpen in der Vase
Mit diesen Pflege-Tipps kannst Du Tulpen bis zu zwölf Tage bewundern:
Mit der richtigen Pflege können Tulpen mehrere Tage in der Vase halten.
- Verwende eine saubere, ausreichend hohe Vase.
- Schneide die Stiele mit einem sauberen und scharfen Messer oder einer geeigneten Schere frisch an.
- Stelle die Tulpen in frisches, kühles bis zimmerwarmes Wasser.
- Schnittblumennahrung kann entsprechend der Herstellerangabe verwendet werden.
- Entferne Blätter, die im Wasser stehen würden.
- Kontrolliere den Wasserstand regelmäßig und fülle bei Bedarf frisches Wasser nach.
- Stelle die Vase möglichst kühl und nicht in direkte Sonne oder unmittelbar an eine Heizung.
- Ein Standort direkt neben reifendem Obst sollte vermieden werden, da Ethylen die Alterung verschiedener Schnittblumen beschleunigen kann.
Tulpen wachsen auch nach dem Schnitt noch weiter und können sich in der Vase zum Licht ausrichten.
Das Einwickeln in Papier kann bei stark geknickten oder gebogenen Stielen kurzfristig helfen, die Stiele während der Wasseraufnahme zu stabilisieren. Es ist jedoch nicht bei jedem Tulpenstrauß notwendig.
Die Tulpenpflanze als Beetpflanze
Tulpen können einzeln oder in Gruppen gepflanzt werden.
Viele Gartentulpen bevorzugen einen:
- sonnigen Standort
- nährstoffreichen Boden
- gut durchlässigen Boden
- ausreichend feuchten Boden während der Wachstumsphase
Staunässe sollte vermieden werden, da sie Zwiebelfäule fördern kann.
Die pauschale Aussage, Tulpen würden keine stickstoffreichen Böden vertragen, ist zu allgemein. Eine übermäßige Stickstoffdüngung sollte jedoch vermieden werden.
Nach der Blüte sollte das Laub stehen bleiben, bis es von selbst vergilbt und einzieht. Dadurch kann die Zwiebel Nährstoffe für das folgende Jahr einlagern.
Viele hochgezüchtete Gartentulpen blühen im ersten Jahr besonders zuverlässig. Ob sie in den Folgejahren erneut kräftig blühen, hängt von Sorte, Standort und Pflege ab. Wildtulpen und einige langlebige Sorten eignen sich besser zum Verwildern.
Wann pflanze ich Blumenziebeln?
Tulpenzwiebeln werden im Herbst gepflanzt.
Ein günstiger Zeitraum liegt je nach Witterung ungefähr zwischen September und November beziehungsweise bis in den frühen Winter, solange der Boden noch frostfrei und bearbeitbar ist.
Die Tulpe wird als Zwiebel gepflanzt – nicht als Knolle.
Eine allgemeine Formulierung wie „der vom Sommer erwärmte Boden begünstigt das Anwurzeln der Knollen“ sollte deshalb vermieden werden.
Besser ist:
„Die noch vergleichsweise milden Bodentemperaturen im Herbst ermöglichen es den Tulpenzwiebeln, vor dem Winter mit der Wurzelbildung zu beginnen.“
Pflanze die Zwiebeln mit der Spitze nach oben. Als Orientierung gilt häufig eine Pflanztiefe von etwa zwei- bis dreimal der Höhe der Zwiebel.
Die große Welt der Freilandtulpen
Tulpen werden seit Jahrhunderten als Zierpflanzen kultiviert. Heute gibt es zahlreiche Arten, Hybriden und Sorten mit unterschiedlichen Blütezeiten, Wuchshöhen und Blütenformen.
Für die Gartenplanung können Tulpen grob nach ihrer Blütezeit unterschieden werden.
Einige botanische Tulpen und frühe Sorten können bei günstiger Witterung bereits ab März blühen.
Beispiele sind:
- Tulipa kaufmanniana und ihre Sorten
- Tulipa praestans und ihre Sorten
Die Mittelblühenden Sorten strahlen im April.
- blühen im Mai
- großblütig und pompöse Blüten
- viele Sorten
Sorten & Arten der Tulpen
- Duftcharakter: herb, manchmal schwer, erinnert an Mandelduft
- Duft-Tulpen: z.B. Triumph-Tulpen, Darwin-Hybriden, die späten einfachen Tulpen und die Lilienblütigen
- Charaktervoll und variabel ist auch der Duft einiger Wild-Arten
- die Tulipa polychroma hat einen lieblichen und fruchtigen Duft, den man nur bei Sonnenschein genießen kann
- Tulpen-Zuchtsorten mit besonderem Duft: z. B. Sorte 'Ballerina' und die starkduftende Tulpe 'Orange Favourite'
- blühen früh (ab April) und dauerhaft
- große Blütenbecher
- leuchtenden Farben
- starke Stiele , standfest, robust
- tiefgründige, kalkhaltige Böden
- sonniger bis halbschattiger Standort
- zum verwildern geeignet
- blühen ab Mai
- sollten gruppenweise gepflanzt werden
- sonnigen Standort
- durchlässigen Boden
- romantische Ausstrahlung
- kugelig und opulent
- Blüten erinnern an Pfingstrosen
- auch als haltbare Schnittblume nutzbar
- wenn die Blütenköpfe zu schwer sind, sollten diese durch eine hohe Vase gestützt werden
- elegante Tulpe, bis 70 cm Höhe
- hohe Stiele mit graziler Blüte
- Blüten mit spitzen, elegant zurückgebogenen Blütenblättern
- lange Blüte (über mehrere Wochen)
- ausdauernd und langlebig
- recht regenfest und standfest
- können über Jahre am selben Platz stehen
- sonnigen Standort mit durchlässigem Boden
- haltbare Schnittblume
Züchter waren mehrere Jahrhunderte lang auf der suche nach der schwarzen Tulpe. Mittlerweile stehen einige Sorten zur Verfügung, die durch ein sehr dunkles Rot oder Lila überzeugen.
- extravagante Tulpen
- späte Blütezeit
- langlebig und robust
einfache späte Tulpe: z.B. Tulipa 'Queen of Night'
gefüllte späte Tulpe: z.B. Tulipa 'Black Hero'
Papageien-Tulpe: z.B. Tulipa 'Black Parrot'
- beheimatet im steinigen Bergland Turkmenistans
- Blüten öffnen sich bei Sonne und schließen sich am Abend wieder
- Blütenform wie leuchtenden Sterne
- sonnige, sommertrockene Standorte mit durchlässigem Boden
- Hybriden bilden nur wenige Brutzwiebeln und können lange auf demselben Platz bleiben
- für Blumentöpfe gut geeignet
- zum Verwildern geeignet
- Blütezeit ab Mitte April
- gehören zu den mittel bis spät blühenden Sorten
- exotisch wirkende Tulpen
- sind oft Tulpen, die im Felde mit Standardsorten als Mutation auftreten und abweichende Blütenform zeigen
- Wellen, Rüschen und/oder federartige Fransung der Blütenblätter
- wirken wie farbenfrohen Papageien mit buntem Gefieder (fröhliche & lebenslustige)
- extravagante Schnittblume
- macht auch in Pflanzgefäßen eine gute Figur
- spät Blüher ab Mitte Mai
- Viridiflora bedeutet Übersetzt "mit grünen Blüten"
- Blüten nicht rein grün, sondern mit grün geflammten Streifen auf jedem Blütenblatt
- Blüten wirken interessant und elegant
- lange Blütezeit
- für sonnigen und halbschattigen Standort geeignet
- benötigt durchlässigen Boden
- bezaubern durch ihre natürliche Anmutung
- grazilen kleinen Schönheiten
- Heimat in Nordafrika, der Türkei und in Mittel- und Zentralasien
- wachsen dort in der Steppe oder an sonnigen Gebirgshängen
- liebt Sonne und leidt bei Nässe
- ideale Bedingungen im sonnigen Steingarten oder Steppenpflanzung
- zum Ausreifen brauchen die Zwiebeln sommerliche Trockenheit
- Boden sollte durchlässig und nicht zu stickstoffreich sein
- wachsen jahrelang am selben Platz
- vermehren sich über Brutzwiebeln und Samen
- Blütenhorste werden von Jahr zu Jahr immer üppiger
- werden Blütenhoste zu dicht, sollten sie aufgenommen und geteilt werden
- Wildart kommt aus Mittelasien und wächst dort auf steinigem Hügelland
- benötigt kargen und durchlässigen Boden in voller Sonne
Die Tulpenpflanze als Zwiebelblüher im Innen- und Außenbereich
Zwiebelblüher Tulpe in der Vase
Viel länger hast Du Freude an der Tulpe, wenn Du die Zwiebelblüher nicht am Stiel von der Zwiebel trennst. Reine Schnittblumen halten in der Regel circa eine gute Woche in der Vase, wenn diese nicht zu warm steht.
Nutzt Du die ganze Pflanze, kannst Du der Tulpe erst beim Wachsen zusehen und dann beim Blühen. So hast Du viel mehr davon!
Nach dem Blühen stirbt der obere Teil der Tulpe langsam ab. Lass ihr die Zeit, denn die Pflanzenkräfte benötigen diese, um sich in die Wurzel zurückzuziehen.
Unser Experten-Tipp: Die Zwiebel kannst Du danach an einem dunklen Ort aufbewahren und im Herbst wieder einpflanzen.
Zwiebelblüher Tulpe im Topf
Tulpenzwiebeln können sehr gut in Töpfen und Kübeln kultiviert werden.
Der ideale Pflanzzeitpunkt liegt im Herbst.
Wichtig sind:
- ausreichend große Abzugslöcher
- ein gut durchlässiges Substrat
- Schutz vor dauerhafter Staunässe
- ein geeigneter heller Standort
Vorgezogene Tulpen aus dem Handel können bereits im Winter oder frühen Frühjahr blühen.
Im Freien wird der Blühzeitpunkt vor allem von Sorte, Witterung und Standort beeinflusst. Bei warmer Frühjahrswitterung entwickeln sich die Pflanzen meist schneller, während längere Kälteperioden den Blühbeginn verzögern können.