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Kräftige Pflanzen für eine reiche Ernte

Wenn Du Gemüse im Garten, Hochbeet oder Gewächshaus anbaust und eine gute Ernte anstrebst, können veredelte Gemüsepflanzen eine interessante Wahl sein.

Bei der Veredelung wird eine ausgewählte Fruchtsorte mit einer wuchskräftigen Unterlage verbunden. Das kräftige Wurzelsystem der Unterlage kann die Pflanze bei der Wasser- und Nährstoffaufnahme unterstützen.

Wie gut sich eine veredelte Pflanze entwickelt, hängt unter anderem von der Sorte, dem Standort, der Witterung sowie der Wasser- und Nährstoffversorgung ab.

Was bedeutet "veredelt"?

Bei einer veredelten Gemüsepflanze werden zwei Pflanzen miteinander verbunden:

  • Die Unterlage bildet das Wurzelsystem und beeinflusst unter anderem die Wuchskraft der Pflanze.
  • Die Edelsorte bestimmt wesentliche Eigenschaften der Früchte, beispielsweise Form, Farbe und Geschmack.

Nach dem Zusammenwachsen entwickeln sich beide Pflanzenteile zu einer gemeinsamen Pflanze.

Das Verfahren ist aus dem Obstbau bekannt und wird auch bei verschiedenen Gemüsearten eingesetzt.

Welche Vorteile kann veredeltes Gemüse haben?

Je nach Gemüseart, Edelsorte und verwendeter Unterlage können veredelte Pflanzen folgende Eigenschaften aufweisen:

  • kräftiges Wachstum
  • gut entwickeltes Wurzelsystem
  • gute Wasser- und Nährstoffaufnahme
  • Widerstandsfähigkeit gegenüber bestimmten bodenbürtigen Krankheitserregern
  • gute Ertragsleistung bei geeigneten Kulturbedingungen
  • längerer Erntezeitraum
  • Eignung für Beet, Hochbeet, Gewächshaus oder große Pflanzgefäße

Die Veredelung ist keine Garantie für einen bestimmten Ertrag oder eine vollständig gesunde Pflanze. Auch veredelte Gemüsepflanzen benötigen einen geeigneten Standort und eine bedarfsgerechte Pflege.

Für wen eignet sich veredeltes Gemüse?

Veredelte Gemüsepflanzen können für Dich geeignet sein, wenn Du:

  • wuchskräftige Pflanzen suchst
  • Gemüse im Beet, Hochbeet oder Gewächshaus anbauen möchtest
  • nur eine begrenzte Anbaufläche zur Verfügung hast
  • Gemüsepflanzen in großen Kübeln kultivieren möchtest
  • Wert auf einen möglichst langen Erntezeitraum legst

Auch auf bereits regelmäßig für den Gemüseanbau genutzten Flächen können veredelte Pflanzen eine interessante Möglichkeit sein. Ein regelmäßiger Fruchtwechsel und eine geeignete Bodenvorbereitung bleiben dennoch wichtig.

Welche Gemüsearten gibt es als veredelte Pflanzen?

Veredelt angeboten werden vor allem verschiedene Arten von Fruchtgemüse. Dazu gehören insbesondere:

  • Tomaten
  • Gurken
  • Paprika
  • Chili
  • Peperoni
  • teilweise Auberginen

Welche Arten und Sorten verfügbar sind, kann je nach Saison und Sortiment variieren.

Sortenvielfalt für Garten, Hochbeet und Gewächshaus

Tomaten gehören zu den häufig angebotenen veredelten Gemüsepflanzen. Bei geeigneten Bedingungen können sie kräftig wachsen und über einen längeren Zeitraum Früchte bilden.

Zu den bekannten Tomatentypen gehören beispielsweise:

  • San-Marzano-Tomaten: längliche Früchte, häufig für Saucen verwendet
  • Ochsenherztomaten: große Früchte mit viel Fruchtfleisch
  • Fleischtomaten: große, saftige Früchte
  • Strauchtomaten: mehrere Früchte an einer Rispe
  • Cherrytomaten: kleine Früchte mit meist süßlichem Geschmack
  • Cocktailtomaten: kleine bis mittelgroße Früchte für Salate und zum direkten Verzehr

Tomaten bevorzugen in der Regel einen sonnigen, warmen und möglichst geschützten Standort. Ein Regenschutz kann dazu beitragen, dass die Blätter bei Regen weniger häufig nass werden.

Veredelte Gurken

Auch verschiedene Gurkensorten werden veredelt angeboten. Dazu zählen beispielsweise:

  • Schlangengurken
  • Minigurken
  • Snackgurken

Gurken benötigen in der Wachstums- und Erntezeit meist viel Wasser und Wärme. Der Boden sollte gleichmäßig feucht gehalten werden, ohne dass Staunässe entsteht.

Ein warmer, geschützter Standort und eine ausreichende Nährstoffversorgung können die Entwicklung der Pflanzen unterstützen.

Gurken sind kälteempfindlich und sollten erst nach den letzten Spätfrösten ins Freie gepflanzt werden.

Würzig, farbenfroh und vielseitig

Paprika, Chili und Peperoni benötigen viel Wärme und Licht. Sie eignen sich besonders für Gewächshäuser, geschützte Hochbeete, warme Hauswände oder ausreichend große Kübel.

Je nach Art und Sorte unterscheiden sich die Früchte unter anderem in:

  • Größe
  • Form
  • Farbe
  • Aroma
  • Schärfegrad

Paprikafrüchte sind häufig mild, während Chili- und Peperonisorten unterschiedliche Schärfegrade entwickeln können.

Ein warmes Frühjahr und ein langer, sonniger Sommer können sich günstig auf Wachstum und Fruchtreife auswirken. Bei niedrigen Temperaturen kann sich die Entwicklung verzögern.

Expert:innen-Tipps fürs Pflanzen und Pflegen von veredeltem Gemüse

Der richtige Standort für veredeltes Gemüse

Viele veredelte Fruchtgemüsepflanzen bevorzugen einen hellen, sonnigen und warmen Standort.

Wichtig sind außerdem:

  • lockere und durchlässige Erde
  • eine zur Gemüseart passende Nährstoffversorgung
  • regelmäßiges und angepasstes Gießen
  • ausreichende Luftzirkulation
  • genügend Platz für die spätere Pflanzenentwicklung
  • geeignete Stützen oder Rankhilfen

Die genauen Standortansprüche unterscheiden sich je nach Gemüseart und Sorte.

Tomaten mögen beispielsweise einen möglichst regengeschützten Platz. Gurken benötigen häufig eine gleichmäßigere Wasserversorgung. Paprika und Chili profitieren von besonders warmen und geschützten Standorten.

So pflanzt Du veredeltes Gemüse richtig

Bei veredelten Gemüsepflanzen ist die Lage der Veredelungsstelle besonders wichtig.

Die Veredelungsstelle sollte nach dem Pflanzen oberhalb der Erdoberfläche liegen. Wird sie mit Erde bedeckt, kann die Edelsorte eigene Wurzeln bilden. Dadurch können Eigenschaften der verwendeten Unterlage teilweise verloren gehen.

Darauf solltest Du achten:

  • Pflanze kälteempfindliches Fruchtgemüse erst nach den letzten Spätfrösten ins Freie.
  • Gewöhne vorgezogene Pflanzen schrittweise an Sonne, Wind und Außentemperaturen.
  • Wässere den Topfballen vor dem Einpflanzen.
  • Bereite den Boden gründlich vor.
  • Hebe ein ausreichend großes Pflanzloch aus.
  • Setze die Pflanze so ein, dass die Veredelungsstelle sichtbar über dem Boden bleibt.
  • Fülle das Pflanzloch mit Erde und drücke sie vorsichtig an.
  • Gieße die Pflanze anschließend gründlich.
  • Bringe bei Bedarf frühzeitig eine Rank- oder Stützhilfe an.
  • Bei veredelten Tomaten gelten hinsichtlich der Pflanztiefe andere Hinweise als bei unveredelten Tomaten: Die Veredelungsstelle darf nicht eingegraben werden.

Pflege von veredeltem Gemüse

Auch veredelte Gemüsepflanzen benötigen eine an die jeweilige Gemüseart angepasste Pflege.

Halte die Erde möglichst gleichmäßig feucht, ohne Staunässe zu verursachen.

Gieße vorzugsweise direkt im Wurzelbereich. Bei Tomaten sollten die Blätter möglichst trocken bleiben.

An heißen Tagen kann bei Pflanzen in Kübeln oder im Gewächshaus eine tägliche Kontrolle notwendig sein. Der tatsächliche Wasserbedarf hängt von Pflanzenart, Witterung, Entwicklungsstadium, Gefäßgröße und Boden ab.

Starke Schwankungen zwischen Trockenheit und sehr nasser Erde können die Pflanzenentwicklung und die Qualität der Früchte beeinträchtigen.

Tomaten, Gurken, Paprika und andere Fruchtgemüse benötigen während ihrer Entwicklung ausreichend Nährstoffe.

Verwende einen für die jeweilige Kultur geeigneten Gemüse- oder Tomatendünger und beachte die Dosierungsangaben des Herstellers.

Eine zu hohe Düngermenge verbessert den Ertrag nicht automatisch und kann Pflanzen oder Boden belasten. Dünge deshalb bedarfsgerecht und nicht häufiger als empfohlen.

Wuchskräftige Tomaten benötigen eine stabile Stütze. Auch Gurken können an Rankhilfen nach oben geführt werden.

Kontrolliere Bindematerial regelmäßig. Es sollte die Triebe halten, aber nicht einschnüren.

Paprika- und Chilipflanzen können bei starkem Fruchtbehang ebenfalls eine Stütze benötigen.

Ernte die Früchte entsprechend ihrem Reifegrad.

Bei Gurken, Chili und einigen Tomatensorten kann regelmäßiges Ernten die weitere Fruchtbildung unterstützen. Verwende beim Ernten bei Bedarf ein sauberes, scharfes Messer oder eine Schere, damit die Pflanze nicht beschädigt wird.

Der Erntezeitpunkt richtet sich nach Gemüseart, Sorte und gewünschtem Reifegrad.

Fazit

Starke Pflanzen für leckere Ernteerfolge

Veredeltes Gemüse kann eine interessante Wahl für Garten, Hochbeet, Gewächshaus oder große Pflanzgefäße sein.

Durch die Verbindung einer ausgewählten Edelsorte mit einer wuchskräftigen Unterlage können die Pflanzen von einem gut entwickelten Wurzelsystem profitieren.

Wie erfolgreich die Kultur verläuft, hängt jedoch weiterhin von der Gemüseart, der Sorte, dem Standort, der Witterung und einer bedarfsgerechten Pflege ab.

Achte insbesondere darauf, die Veredelungsstelle oberhalb der Erde zu halten und die Pflanzen ausreichend mit Wasser, Nährstoffen und Platz zu versorgen.

FAQ - Häufig gestellte Fragen

Veredeltes Gemüse entsteht, indem eine wuchskräftige Unterlage mit einer ausgewählten Edelsorte verbunden wird. Die Unterlage bildet das Wurzelsystem, während die Edelsorte wichtige Eigenschaften der Früchte wie Geschmack, Form und Farbe bestimmt. Häufig werden Tomaten, Gurken, Paprika, Chili und Auberginen veredelt angeboten.

Veredeltes Gemüse kann kräftiger wachsen, Wasser und Nährstoffe gut aufnehmen und gegenüber bestimmten bodenbürtigen Krankheitserregern widerstandsfähiger sein. Je nach Sorte, Unterlage, Standort und Pflege sind außerdem gute Erträge und ein längerer Erntezeitraum möglich. Eine bestimmte Erntemenge kann jedoch nicht garantiert werden.

Ja, veredelte Tomaten, Gurken, Paprika und Chilipflanzen können in ausreichend großen Kübeln wachsen. Wichtig sind ein sonniger und geschützter Standort, genügend Erdvolumen, Abzugslöcher im Gefäß sowie eine regelmäßige Versorgung mit Wasser und Nährstoffen. Stark wachsende Pflanzen benötigen zusätzlich eine stabile Rank- oder Stützhilfe.

Veredeltes Gemüse wird so gepflanzt, dass die Veredelungsstelle sichtbar oberhalb der Erde bleibt. Wird sie mit Erde bedeckt, kann die Edelsorte eigene Wurzeln bilden und Eigenschaften der Unterlage können teilweise verloren gehen. Nach dem Pflanzen sollte die Gemüsepflanze gründlich angegossen und bei Bedarf direkt mit einer Rankhilfe gestützt werden.