Frühlingsblüher bringen früh Farbe in den Garten
Nach dem Winter sind die ersten grünen Triebe und Blüten im Garten besonders willkommen.
Einige Zwiebel- und Knollenpflanzen treiben bereits im Winter oder zeitigen Frühjahr aus. Dazu gehören unter anderem Schneeglöckchen, Krokusse, Winterlinge und Märzenbecher. Später folgen beispielsweise Tulpen und Narzissen.
Ab April ergänzen Polster- und Beetstauden wie Blaukissen, Steinbrech und Hornkraut die Frühlingsbepflanzung. Viele geeignete Arten breiten sich bei passenden Standortbedingungen mit der Zeit aus und können dichte Pflanzenpolster bilden.
Wissenswertes
über frühblühende Stauden
- verschiedene früh blühende Arten und Sorten
- Blütezeit je nach Pflanze etwa von Januar bis Mai
- unterschiedliche Wuchshöhen und Wuchsformen
- einige Arten bilden mit der Zeit dichte Pflanzenpolster
- Auswahl aus Polster-, Beet- und Schnittstauden
- ergänzend Zwiebel- und Knollenpflanzen
- einige Arten bieten bestimmten Insekten Pollen oder Nektar
- genaue Blütezeit abhängig von Art, Sorte, Standort und Witterung
Blühende Stauden im Frühling
Die genannten Blütezeiten sind Richtwerte. Je nach Sorte, Region und Witterungsverlauf können sie früher oder später beginnen.
- Busch-Windröschen (Anemone nemorosa), Blütezeit etwa März bis Mai
- Marokkanische Margerite (Rhodanthemum hosmariense), Blütezeit je nach Kultur und Standort etwa Frühjahr bis Sommer
- Gewöhnliche Küchenschelle (Pulsatilla vulgaris), Blütezeit etwa März bis Mai
- Bergenie (Bergenia), Blütezeit etwa März bis Mai
- Akelei (Aquilegia), Blütezeit etwa Mai bis Juni
- Grasnelke (Armeria), Blütezeit je nach Art und Sorte etwa Mai bis September
- Bartfaden (Penstemon), Blütezeit je nach Art und Sorte etwa Mai bis September
- Skabiose (Scabiosa), Blütezeit je nach Art und Sorte etwa Juni bis Oktober
Was ist eine Polsterstaude?
Polsterstauden sind meist niedrig wachsende, mehrjährige Pflanzen, die sich flächig ausbreiten können. Bei passenden Bedingungen bilden viele Arten dichte Pflanzenpolster.
Typische Eigenschaften:
- kompakter, flacher Wuchs
- Wuchshöhe häufig zwischen 5 und 30 Zentimetern
- je nach Art winterhart, wintergrün oder immergrün
- unterschiedliche Ansprüche an Licht, Boden und Feuchtigkeit
- geeignet für Beetränder, Steingärten, Mauerkronen oder Pflanzgefäße
Nicht jede Polsterstaude bevorzugt trockene und vollsonnige Standorte. Beachte deshalb immer die jeweiligen Pflege- und Standortangaben.
Beliebte Polsterstauden:
- Blaukissen (Aubrieta), Blütezeit etwa April bis Mai
- Steinbrech (Saxifraga), Blütezeit je nach Art etwa März bis Juni
- Hornkraut (Cerastium), Blütezeit etwa April bis Juni
- Polsterphlox (Phlox subulata), Blütezeit etwa April bis Juni
- Mauerpfeffer und Fetthenne (Sedum-Arten), Blütezeit je nach Art etwa Juni bis September
- Sandkraut (Arenaria), Blütezeit je nach Art etwa April bis Juni
Unterschied Zwiebelpflanzen und Knollenpflanze
Zwiebel- und Knollenpflanzen besitzen unterirdische Speicherorgane. Bei einer Zwiebel sind die Speicherblätter schichtartig angeordnet. Eine Knolle besteht dagegen überwiegend aus verdicktem Speichergewebe.
Ob eine Pflanze winterhart ist, hängt nicht allein von der Form ihres Speicherorgans ab. Sowohl unter den Zwiebelpflanzen als auch unter den Knollenpflanzen gibt es winterharte und frostempfindliche Arten.
Viele bekannte Zwiebelpflanzen blühen im Frühjahr. Knollenpflanzen können je nach Art im Frühjahr, Sommer oder Herbst blühen.
Aus gärtnerischer Sicht werden Zwiebel- und Knollenpflanzen häufig getrennt von den klassischen Gartenstauden betrachtet. Da sie für die frühe Blüte im Garten eine wichtige Rolle spielen, werden sie in diesem Ratgeber ergänzend aufgeführt.
Knollenpflanzen
Knollenpflanzen blühen fast immer im Sommer oder Herbst. Einige wenige Ausnahmen aber schon im Frühjahr. Bei den Pflanzen ist das Ausgraben der Knollen nicht notwendig:
- Krokus (Crocus), 100 verschiedene Arten, blüht Januar bis März
- Winterling (Eranthis hyemalis) , blüht Februar bis März
- Leberblümchen (Hepatica nobilis), blüht März bis April
- Duftveilchen (Viola odorata) auch Märzveilchen, blüht von März bis April
Zwiebelpflanzen
Zwiebelpflanzen blühen im Frühjahr. Je nach Temperatur etwas früher oder später:
- Schneeglöckchen (Galanthus), blüht Januar bis April
Es gibt auch eine winterblühende Schneeglöckchen Sorte. Diese blüht November bis Dezember/Januar.
- Gewöhnlicher Schneestolz (Chionodoxa luciliae), blüht Februar bis April
- Blausterne (Scilla), blüht von Februar bis April
- Tulpe (Tulipa), blüht März bis Mai
- Narzissen (Narcissus), blüht März bis April/Mai
- Märzenbecher/Märzbecher (Leucojum vernum), blüht März bis April
- Hundszahnlilie (Erythronium dens-canis), blüht März bis April
- Blaustern (Scilla), blüht März bis April
- Einblütiger Frühlingsstern (Ipheion unifolium), blüht März bis Mai
- Atlantisches Hasenglöckchen(Hyacinthoides non-scripta), blüht April bis Mai
- Garten-Hyazinthe (Hyacinthus orientalis), blüht April bis Mai
- Spanisches Hasenglöckchen (Hyacinthoides hispanica), blüht April bis Juni
- Dolden-Milchstern (Ornithogalum umbellatum), blüht April bis Juni
- Feuer-Lilie (Lilium bulbiferum), blüht Mai bis Juli
- Weiße Lilie (Lilium candidum), blüht Mai bis Juli
Pflanzen von Knollen- und Zwiebelpflanzen
Für viele frühjahrsblühende Zwiebel- und Knollenpflanzen ist der Herbst die geeignete Pflanzzeit. Beachte dabei stets die Angaben zur jeweiligen Pflanzenart.
- Lockere den Boden gründlich auf und entferne Unkraut.
- Hebe ein Pflanzloch in der empfohlenen Tiefe aus.
- Verbessere schwere, verdichtete Böden bei Bedarf mit durchlässigem Material.
- Setze die Zwiebel in der Regel mit der Spitze nach oben ein.
- Beachte bei Knollen die artspezifische Pflanzrichtung.
- Bedecke Zwiebel oder Knolle locker mit Erde.
- Gieße die Pflanzstelle bei trockener Witterung vorsichtig an.
Als Faustregel werden viele Blumenzwiebeln etwa zwei- bis dreimal so tief gepflanzt, wie die Zwiebel hoch ist. Abweichungen sind je nach Pflanzenart möglich.
Unser Experten-Tipp
- Viele Zwiebel- und Knollenpflanzen kommen in kleinen Gruppen besonders gut zur Geltung. Beachte dabei die empfohlenen Pflanzabstände.
- Zahlreiche Arten reagieren empfindlich auf Staunässe. Sorge bei schweren Böden für einen guten Wasserabzug und berücksichtige die individuellen Standortansprüche.
- In Gärten mit Wühlmäusen können geeignete Pflanzkörbe helfen, die Speicherorgane vor Fraß zu schützen.
Frühblühende Stauden
im Topf
Frühblühende Stauden sowie geeignete Zwiebelpflanzen lassen sich auch in Pflanzgefäßen kultivieren. Wichtig sind ein ausreichend großes Gefäß, ein Wasserablauf und eine Pflanzenauswahl, die zum Standort passt.
Frühblühende Stauden
für Balkon und Terrasse
Auch Balkon und Terrasse lassen sich im Frühjahr mit blühenden Pflanzen gestalten. Frühblühende Stauden und Zwiebelpflanzen können einzeln oder in Gruppen in Töpfe, Kästen und Kübel gepflanzt werden.
Achte bei der Auswahl auf Lichtverhältnisse, Gefäßgröße, Wasserbedarf und Winterhärte. Auch grundsätzlich winterharte Pflanzen sind im Topf stärker durch Frost gefährdet, weil der Wurzelballen schneller durchfrieren kann.
Stelle empfindliche Pflanzgefäße geschützt auf und vermeide Staunässe. Bei Bedarf kannst Du saisonale Frühlingspflanzen nach der Blüte durch eine Sommerbepflanzung ersetzen.
Frühblühende Stauden
im Beet
Der richtige Standort
für frühblühende Stauden im Beet
Stauden haben unterschiedliche Ansprüche an Licht, Boden, Feuchtigkeit und Nährstoffversorgung. Informiere Dich deshalb vor dem Pflanzen über die bevorzugten Bedingungen der jeweiligen Art und Sorte.
- Stauden für schattige Standorte bevorzugen häufig humose, gleichmäßig frische und durchlässige Böden. Typische Standorte liegen beispielsweise unter Gehölzen.
- Stauden für den lichten Halbschatten vertragen einige Stunden direkte Sonne oder wechselnde Lichtverhältnisse. Geeignete Bereiche finden sich häufig an Gehölzrändern.
- Einige sonnenliebende Stauden bevorzugen magere, trockene und durchlässige Böden. Sie eignen sich beispielsweise für Steingärten oder Kiesbeete.
- Beet- und Prachtstauden für sonnige Standorte benötigen je nach Art einen nährstoffreichen Boden sowie eine regelmäßige Wasser- und Nährstoffversorgung.
Für ein harmonisches Beet kannst Du die Pflanzen nach ihrer späteren Wuchshöhe anordnen: niedrige Stauden im Vordergrund, mittelhohe Pflanzen in der Mitte und höhere Arten im Hintergrund.
Stauden richtig pflanzen
Stauden können grundsätzlich im Frühjahr oder Herbst gepflanzt werden. Nässe- oder frostempfindliche Arten werden häufig bevorzugt im Frühjahr gesetzt. Vermeide Pflanzungen bei gefrorenem Boden, großer Hitze oder anhaltender Trockenheit.
- Wässere den Topfballen vor dem Pflanzen.
- Lockere den Boden und entferne Unkraut.
- Verteile die Stauden zunächst auf der Pflanzfläche, um die Abstände festzulegen.
- Hebe ausreichend große Pflanzlöcher aus.
- Topfe die Stauden vorsichtig aus und lockere stark verfilzte Wurzeln leicht.
- Setze die Pflanzen etwa so tief ein, wie sie zuvor im Topf standen.
- Fülle das Pflanzloch mit Erde und drücke den Boden vorsichtig an.
- Gieße die Pflanzen gründlich an.
- Halte den Boden während der Anwachsphase gleichmäßig feucht, ohne Staunässe zu verursachen.
- Dünge nur entsprechend dem Bedarf der Pflanzen und den Eigenschaften des Bodens.