Pflanzenschutz & Schädlinge

In unserem Garten wächst und gedeiht es jetzt prächtig! Ob farbenfrohe Stauden, oder im Nutzgarten - jetzt gibt die Natur alles! Leider ist mit der Fülle jetzt auch die Zeit der Schädlinge gekommen. Denn auch diese vermehren sich jetzt in Windeseile weiter. Damit Ihr Gartenjahr nicht zum Schädlingsjahr wird, bekommen Sie hier zum Thema Pflanzenschutz und Schädlinge nützliche Experten-Tipps. Denn frühzeitig erkannt und schnell gehandelt kann den Befall mit Schädlingen eindämmen. Ihre Pflanzen werden es Ihnen Danken!

Pflanzenschutz und Schädlinge - Blattläuse mit Marienkäfer

Hier finden Sie eine Auflistung der aktuellen Sommerschädlinge, die auf Gartenpflanzen Ihr Unwesen treiben. Von der Blattlaus, der Schnecke, über den Buchsbaumzünsler, bis zur Wühlmaus. Die meisten der kleinen Tiere fressen Blätter, Stiele und auch Wurzeln und können somit ganze Pflanzen schädigen oder gar vernichten. Da die Schädlinge oft zahlreich auftreten, ist hier schnelles Handeln erforderlich. Das Beste ist die tägliche Kontrolle der Pflanzen und ein wachsamer Blick um Schädlinge zu finden. Starten Sie bei Befall schnellstmöglich mit konsequenten Gegenmaßnahmen. Helfen können Ihnen auf natürliche Weise auch die Nützlinge, kleine Tiere die sich von Schädlingen ernähren. Hier heißt es also genau hinzuschauen, ob es sich um Freund oder Feind handelt. Ansonsten gibt es zur Bekämpfung unterschiedliche chemische Präparate, die die Schädlinge in Zaum halten.

Die Blattlaus

Die Blattlaus gehört zu den am meisten anzutreffenden Schädlingen im Garten. Sie leben in großen Pflanzenläusekolonien und ernähren sich vom Pflanzensaft, den sie aus den Leitungsbahnen der Pflanzen saugen. Die nur eins bis vier Millimeter großen Tiere sind grün, rot- oder schwarzbraun. Sie richten durch Ihre große Population große Schäden an.

Schaden
Bei Befall sind die Blätter der Pflanze mit klebrigem Honigtau überzogen. Am liebsten befallen sie die jungen Triebe, Blattunterseiten und Blüten der Pflanze.

Maßnahmen:
Brausen Sie die Pflanze mit einem kräftigen Wasserstrahl ab. Bei Befall hilft auch das Einsprühen der Pflanze mit niedrig dosierter Lauge aus Schmierseife oder Brühe aus Neem. Das Einsprühen mit biologischen Mitteln sollten Sie mehrfach wiederholen. Dabei ist darauf zu achten, dass Sie die ganze Pflanze (auch auf der Unterseite der Blätter) mit der Lauge benetzten und das Erdreich geschützt wird. Nach der Behandlung sollte die Pflanze nicht der prallen Sonne ausgesetzt werden. Zur Blattlausbekämpfung gibt es natürlich auch einige Bewährte biologische Mittel zum Kaufen auf dem Markt. Ein wichtiger Pluspunkt bei der biologischen Bekämpfung ist, dass andere Insekten wie z. B. Biene, Hummel & Co. nicht in Mitleidenschaft gezogen werden!
Auch einige Nützlinge, wie der Marienkäfer und die Marienkäferlarven ernähren sich von Blattläusen und vertilgen an einem Tag bis an die 800 Blattläuse. Auch die Florfliegenlarven, Hainschwebfliege und Ohrwürmer ernähren sich von den Blattläusen und dezimieren den Befall in kürzester Zeit.

Bekämpfung
Die chemische Bekämpfung erfolgt mit Fungiziden. Diese werden auf die Pflanze aufgetragen und dringen in das Blatt ein. Durch den Pflanzensaft wird das Gift von den Schädlingen aufgenommen und sie sterben dann.

Die Nacktschnecke

Die Schnecke

Als Pflanzenschädlinge treten vor allem Nacktschnecken auf. Alle Schnecken mit Haus sind dagegen nicht schlimm, da sich die Gehäuseschnecken von abgestorbenem Pflanzenmaterial ernähren. ACHTUNG: Unter Naturschutz steht die Weinbergschnecke und sollte per Hand abgesammelt und in freier Natur wieder ausgesetzt werden.

Schaden
Die Schnecken besitzen eine mit winzigen Zähnchen besetzte Zunge, eine sogenannte "Raspelzunge". Das Ergebnis kennt jeder Gärtner: Völlig abgefressene junge Gemüse- und Zierpflanzen. Besonders schmackhaft sind Blattgemüse wie Salat. Schädigung durch Loch- und Schabefraß sowie Schleimspuren findet man bei älteren Pflanzen. Auch Früchte sind bei Schnecken beliebt und Fraßspuren durch grubenartige Vertiefungen erkennbar. Angeknabberte Früchte, wie beispielsweise Erdbeeren, fangen dann schnell an zu faulen.

Maßnahmen
Hier heißt es absammeln und das täglich! Da sich Schnecken an kühle, feuchte Stellen zurückziehen, ist hier ein gutes Gespür für Verstecke unerlässlich. Gerne ziehen sie sich an Blattunterseiten, Hohlräume im Boden, aber auch unterseiten von Blumenkübeln zurück. Harken Sie oft den Boden, um Verstecke zu zerstören. Bewässern Sie lieber morgens, um die Schnecken nicht durch Feuchtigkeit zu fördern.

Bekämpfung
Bevor die Eiablage losgeht, sollten die Schnecken bekämpft werden,d.h. sowohl im Herbst als auch im zeitigen Frühjahr! Bestens geeignet sind hier Schneckenkornprodukte. Die Produkte ermöglichen eine rasche und sichere Bekämpfung von Nacktschnecken im Freiland – einsetzbar bei Erdbeeren, Salatarten, Kohlgemüse und Zierpflanzen. Keine Sorge: Sofort nach der Anwendung kann dann das Gemüse und Obst geerntet werden. Großer Pluspunkt: Auch unter feuchten Bedingungen sind die Produkte wirksam!

Schneckenkorn

Der Buchsbaumzünsler

Einen großen Schaden richten die Fraßspuren der circa fünf cm langen Raupen des Buchsbaumzünslers an. Erstmals trat der Kleinschmetterling aus Ostasien im Jahr 2007 in Deutschland auf.

Schaden
Die Raupen fressen die Blätter und später auch die Rinde um die Zweige bis aufs Holz herum auf. Pflanzenteile mit Fraßspuren sterben dann ab und der Buchsbaum färbt sich dann hellbeige.

Maßnahmen
Auch hier ist Vorbeugen besser, als erst beim Befall aktiv zu werden. Denn um eine chemische Behandlung kommen Sie dann nicht mehr herum. Die regelmäßige Kontrolle der Buchsbäume macht Sinn, um frühzeitig eingreifen zu können. Werden Raupengespinnste entdeckt, sollten diese unverzüglich herausgeschnitten und entfernt werden.

Bekämpfung
Bei Larvenbefall ist schnelles Handeln erforderlich. Dazu spritzt man ein spezielles Schädlingsmittel (z. B. empfehlen wir Careo von Celaflor) in den Baum. Ein sorgfältiges Einbringen des Mittels ist wichtig um alle Stellen zu benetzten und sollte drei Mal im Abstand von zehn Tagen wiederholt werden. Erst dann ist gewährleistet, dass der Buchsbaumzünslerbefall eingedämmt ist.
Eine andere Methode zur Minderung des Befalls ist Nutzung von Buchsbaumzünslerfallen (z. B. von Neudorf). Die biotechnische Falle sollte ab Mitte Mai in Windrichtung nah an den Buchsbäumen aufgehängt werden. Durch Pheromone (Sexuallockstoff) werden die Mänchen in die Falle gelockt und bleiben dann auf dem Leim kleben. Dadurch werden die Weibchen nicht begattet und es werden keine Eier abgelegt. Beachten Sie, das die Pheromonkapsel alle 6 Wochen gewechselt werden muss

Buchsbaumzünsler - Raupe
Buchsbaumzünsler - Falter
 

Die Wühlmaus

Es gibt verschiedene Arten von Wühlmäusen, die alle leichte bis mittelschwere Böden als Lebensraum bevorzugen. Je nach Gattung werden die tag- und nachtaktiven Wühlmäuse zwischen sieben und dreiundzwanzig Zentimeter lang und können bis an die 200 Gramm wiegen.

Schaden
Die Wühlmäuse bevorzugen Gemüsegärten, ernähren sich aber auch gerne von Blumenzwiebeln und der Wuzelrinde von Obstbäumen und Rosen. Sie fressen die Wurzeln von unten an (oder auf) und die Pflanze stirbt dann ab. Finden Sie Erdhaufen mit seitlich versetztem Loch im Beet, sollten Sie schnell handeln, da sich die Wühlmaus schnell vermehrt und großen Schaden anrichten kann. Achtung!! Gerne wird die Wühlmaus auch mit einem Maulwurf verwechselt. Dieser wirf in regelmäßigen Abständen große runde Erdhaufen.

Maßnahmen
Am besten Schützen Sie Ihre Pflanzen mit speziellen Wühlmauskörben. Dabei werden die Pflanzenwurzeln, oder auch ganze Beete  von Anfang an mit Draht geschützt und die Wühlmaus werden von den schmackhaften Wurzelteilen einfach ferngehalten.
Auch das Vertreiben mit Geruch wie z. B. Buttersäure soll funktionieren. Angeekelt halten sie sich dann fern und wandern einfach ein Beet weiter ...

Bekämpfung
Die Variante ist für die Wühlmaus nicht so schön: Sie können spezielle Fressköder mit Wühlmausgift auslegen. Am besten eignet sich hier die Zeit vom Herbst bis zum Frühjahr. In der Zeit finden Sie nicht viel Nahrung und nehmen Köder besser an. Die Tiere nehmen das Gift dann auf, ziehen sich zurück und verenden dann.

Blumen Risse GmbH & Co. KG, Im Ostfeld 5, 58239 Schwerte,  Tel.: 02304 965-0, Fax: 02304 965-300

Fachverband Deutscher Floristen
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