Gartenarbeit im Herbst

Ich schlüpfe in meine Gummistiefel und ziehe mir den dicken Wollpulli über. Gut gewappnet geht es in den Garten. Den goldenen Herbsttag möchte ich im Garten nutzen, denn hier ist jetzt so einiges zu erledigen:

Obsternte

Obsternte

Wer Obstbäume im Garten hat, oder bei Nachbarn mitpflücken darf, sollte jetzt loslegen. Der Einsatz wird mit schmackhaftem Obst belohnt. Je nach Sorte ist das Obst zum Lagern geeignet, oder sollte zügig weiterverarbeitet werden. So bietet sich bei Fallobst auch die Fahrt zur Entsaftungsfirma an, und man wird mit leckerem Saft belohnt.
Damit Obst richtig eingelagert und Bäume nicht beschädigt werden, haben wir ein paar Tipps für Sie zusammengestellt:

  1. Pflücken Sie Äpfel und Birnen nicht zu früh.
  2. Wenn der Stiel sich beim Drehen des Obstes leicht löst, dann ist es reif und man kann leicht am Baum ernten.
  3. Fallobst sollte regelmäßig aufgesammelt werden, um Schädlinge nicht anzulocken. Eine Plane, Tuch oder Gardine unter den Baum gelegt, erleichtert das Einsammeln des Obstes. So entfällt die zeitaufwendige Handarbeit.
  4. Nach der Ernte können Obstbäume geschnitten werden. Junge Bäume kann man jetzt auch umpflanzen.
  5. Nutzen Sie den Herbst um Befruchtersorten zu pflanzen. Somit hat man Beipflanzen für nicht tragende Bäume. 
  6. Einige gut tragende Obstbäume müssen bei vielen Früchten gestützt oder angebunden werden.
Laub

Herbstlaub entfernen

Jetzt beginnt die Zeit des fallenden Herbstlaubes. Laubarbeiten stehen dann regelmäßig an, denn vom Rasen sollte es entfernt werden, damit er nicht erstickt und abstirbt. Laub harken ist eine der Arbeiten, die dann zu erledigen sind. Je nach Größe der Fläche können Sie zwischen dem Rechen, dem Laubsauger oder Laubbläser wählen. Laub auf Bürgersteigen muss entfernt werden und darf nicht auf die Straße gekehrt werden. Einige Städte stellen Laubsäcke zur Entsorgung bereit. Ansonsten können Sie eine einfache Laubbox selber bauen, in der das Laub dann gesammelt und verrottet. Hier noch sinnvolle Ideen zur Laubnutzung:

  1. Nutzen Sie Ihr Herbstlaub als Kälteschutz auf dem Beet in einer ca. 10 Zentimeter dicken Schicht. Diese bewahrt den Boden zusätzlich vor dem Austrocknen. Stauden und Neupflanzungen freuen sich besonders über einen Kälteschutz.
  2. Kompostieren Sie Laub und verwenden Sie ihn im nächsten Jahr als Dünger.
  3. Schaffen Sie Winterquartiere für Tiere und lassen Sie in einigen Bereichen Laub liegen. Igel, Eidechsen, Frösche & andere Insekten freuen sich über ein geeignetes Quartier.
  4. Herbstliche Dekoration mit bunten Blättern selber anfertigen. Ob zum Kranz, oder dekorativ in Vasen drapiert - hier sind Ihnen keine Grenzen gesetzt.
Astschere von Gardena

Rückschnitt von Gehölzen, Stauden & Gräsern

Der Herbst und das Frühjahr bieten sich zum Rückschnitt der Gehölze (Rosen, Beerensträucher, Blütensträucher, Obstbäume und Hecken) an. Beim Rückschnitt der Hecken und Gehölze unterscheidet man zwischen Pflege- und Formschnitt, selektives Zurückschneiden und "auf den Stock setzten". Damit wird Tod- und Altholz entfernt, Gehölze verkleinert und zurückgeschnitten und ein kräftiges und gesundes Wachstum angeregt.
Selektives Zurückschneiden und "auf den Stock setzten" sollten ausschließlich in der Zeit von Oktober bis Februar erfolgen. Danach beginnt ab dem 01. März bis zum 30. September die Schonzeit. Nur der Form- und Pflegeschnitt ist ganzjährig zugelassen, wenn keine Vögel in der Pflanze Nester bauen oder schon brüten.

Bevor es an den Rückschnitt der Stauden geht, sollten Samen aufgesammelt und getrocknet werden. Gerade die Samen von Ringelblumen, Rittersporn, Sonnenblumen und Tagestes eignen sich gut, um im nächsten Jahr wieder schöne Blüten zu haben. Wer mag, kann für Vögel einige Samenstände stehen lassen. Diese freuen sich und suchen dort nach überwinternden Insekten. Ansonsten sollten die Frühjahrsstauden, sobald die Blätter gelb werden zurückschneiden. Verblühte Sommerstauden sollten zeitnah entfernt werden. Immergrüne Stauden sollten nicht geschnitten werden.

Sommergrüne Gräser schneidet man am besten im Herbst oder Frühjahr zurück, immergrüne im Frühjahr um abgestorbenes Laub zu entfernen und sie durchzuputzen. Das empfindliche Pampasgras und andere frostempfindliche Gräser, sollten im Herbst nicht zurückgeschnitten, sondern zusammengebunden und mit Reisig oder Stroh geschützt werden. Hier erst vor dem Austrieb im Frühjahr zurückschneiden. Bedenken Sie die anmutige Erscheinung der Gräser im ansonsten kargen Wintergarten bei Frost und leichtem Schnee.

  • Achten Sie immer auf geeignetes und scharfes Gerät, damit die Schnittverletzungen möglichst gering gehalten werden. Sägen und Scheren sollten gegebenenfalls noch mal geschärft werden.
  • Das Schnittgut lässt sich gut häckseln und auf Beeten als Mulchabdeckung verwenden, oder legen Sie eine Totholzhecke oder Reisighaufen an, um Tieren einen ökologisch wertvollen Rückzugsort anzubieten.
Rasenpflege im Herbst

Rasenpflege im Herbst

Die Sommerzeit mit der intensiven Nutzung des Rasens liegt jetzt hinter uns. Der Herbst bietet sich an um den Rasen fürs nächste Jahr gut vorzubereiten. Arbeiten wie die Ausbesserung von Schadstellen, Vertikutieren und Düngen stehen jetzt an:

  1. Vertikutieren, bevor das Herbstlaub fällt
  2. Stolperfallen und Löcher auffüllen
  3. Lücken ausbessern durch Nachsaatrasen, oder Rollrasen
  4. Düngen zur Stärkung des Rasens
  5. Kalten als Schutz vor Übersäuerung und gegen Moose
Pflanzen

Neupflanzungen

Der Herbst ist eine ideale Zeit um Hecken, Gehölze und Stauden zu pflanzen. Die Sonne wärmt den Boden noch gut und der zunehmende Niederschlag schafft beste Bedingungen für die Neupflanzung. Beachten Sie, das Neupflanzungen mit einer Schicht aus Mulch oder Laub vor Frost geschützt werden sollten. Für Hecken und Staudenbeete bietet sich die Zeit bis Oktober für Neuanlagen an.

Hecken wachsen im Winter gut an und starten im Frühjahr dann bereits mit ersten Trieben. Werten Sie den Pflanzgraben mit Laub und Kompost auf. Nach dem einsetzten, sollten diese gut gewässert und die Erde festgetreten werden. Eine Schicht aus Mulch oder Laub speichert die Feuchtigkeit und schützt vor Frost.

Auch Gehölze sollten im Herbst gepflanzt werden. Nährstoffe werden jetzt nicht mehr an die Blätter abgegeben, sondern in Holz und Wurzeln gespeichert. Der noch warme Boden schafft gute Voraussetzungen, um neue Feinwurzeln zu bilden. Somit sind sie dann im Frühjahr bestens für das kommende Jahr vorbereitet und gestärkt. Gekaufte Pflanzen sollten im Wurzelbereich nicht eintrocknen und möglichst schnell eingepflanzt werden. Achten Sie beim Einpflanzen auf ein gründliches Angießen und helfen Sie dem Gehölz ab einer bestimmten Größe mit einem Pflanzpfahl. Dieser verstärkt die Standfestigkeit und das Gehölz ist gegen Wind gut aufgestellt.

Bei Neuanlagen von Beeten und Rabatten mit Stauden sollte im Vorfeld gut geplant werden: Beachten Sie die Größe der Pflanzen und Blütezeiten, damit sich Pflanzen nicht verdecken und sie die gesamte Vegetationszeit Blütenvielfalt im Beet haben. Zur Pflanzung im Herbst eignen sich vor allem winterharte Stauden, aber auch das Umpflanzen und Teilen von Stauden ist jetzt gut möglich. Lockern Sie die Erde und befreien Sie diese von Unkraut. Reichern Sie die Erde mit etwas gutem Kompost an. Stauden sollten sie eingesetzt werden, das die Wachstumsknospen mit der Erdoberfläche abschließen. Auch hier ist ein Schutz vor Frost wichtig, damit die Staude unbeschadet über den Winter kommt.

Blumenzwiebeln setzten

Blumenzwiebeln setzten

Herbstzeit ist Pflanzzeit

Und an diesem Gärtnerspruch ist tatsächlich etwas dran. Wer den Herbst nutzt, um die Blumenzwiebeln von Tulpe, Narzisse, Hyazinthe & Co. einzupflanzen, kann sich im nächsten Frühjahr an einer bunten Frühlingsvielfalt erfreuen.
Besonders vorteilhaft ist das herbstliche Pflanzen aufgrund der Bodenbeschaffenheit. Ein durch den Sommer aufgewärmter Boden begünstigt das Anwurzeln der Knollen. Wichtige Nährstoffe für eine volle Blüte können so optimal eingelagert werden. Generell ist das Einpflanzen bis kurz vor dem ersten Frost möglich. Meist ist das erst im November der Fall. Genug Zeit also, um die Zwiebeln in den Boden zu bringen.

Einfaches Pflanzen
Das Einsetzen von Blumenzwiebeln ist auch für ungeübte Hobbygärtner keine schwere Aufgabe. Achten Sie darauf, dass der richtige Standort gewählt ist. Hyazinthe, Tulpe und die Osterglocke z.B. mögen es sonnig. An dunklen Orten kann es sein, dass die Pflanze zwar wächst, aber kleine, verkümmerte oder auch gar keine Blüten hervorbringt. Eine wichtige Voraussetzung für ein tolles Frühlingsbeet ist auch, wie tief die Blumenwurzeln in die Erde gepflanzt werden. Eine einfache und effektive Faustregel: Pflanzen Sie Zwiebeln und Knollen doppelt so tief wie dick. Dabei braucht jede Blumenzwiebel ihren Platz. Pflanzen Sie daher versetzt, sodass sich die Stiele im Frühjahr nicht beim Austreiben behindern. Auch die Erde spielt eine wesentliche Rolle, wie die Pflanzen sich entwickeln. Generell sollte der Boden durchlässig, locker und mit Kompost oder organischem Dünger vorbereitet sein. Ist der Boden lehmig, hilft eine etwa zwei Zentimeter dicke Sandschicht, die unter die Zwiebel eingearbeitet wird. So ist sichergestellt, dass Wasser ablaufen kann und sich keine Staunässe bildet.
Kleiner Tipp: Große, dicke Zwiebeln bringen kräftige Blüten.

Auch für den Kübel geeignet
Eine tolle Frühlingspracht zeigt sich bei richtiger Anwendung nicht nur im Beet, sondern auch im Blumentopf. Allerdings sollten die Gefäße frostfrei sein, damit sie auch den Winter draußen überstehen. Eine kleine Ablauföffnung lässt überflüssiges Wasser abfließen. Bevor Sie Erde in den Topf oder Kübel füllen, bedecken Sie den Boden mit einer Schicht aus Blähton oder einfach mit alten Tonscherben. Danach kann das Gefäß mit üblicher Blumenerde gefüllt werden. Auch hier gilt die Regel, doppelt so tief wie dick einzupflanzen.

Vogelhäuser aufstellen

Futterstellen errichten

In der kühlen Herbst- und Winterzeit haben es Vögel schwer, die richtige Nahrung zu finden. Insekten, Samen und Körner sind entweder nicht vorhanden oder hart gefroren. Was sie uns im Sommer durch die Unterstützung gegen viele Schadinsekten im Garten und ihrem fröhlichen Gezwitscher geben, können wir ihnen daher im Herbst und Winter zurückgeben. Um die Nahrung bestmöglich zur Verfügung zu stellen, sind der Zeitpunkt, der Standort und das richtige Futter von essentieller Bedeutung.

Standort
Damit sich die Vögel satt fressen können, kommt es auf einen geeigneten Futterplatz an. Wie jedes Tier haben auch die Vögel natürliche Feinde. Besonders Katzen sind hier gemeint. Das Vogelfutterhäuschen, der Futterspender zum Aufhängen oder Aufstellen, der Boden oder Meisenknödel sollten daher unerreichbar für andere Tiere sein. Nur dann können die Vögel die Futterstelle annehmen. Ein übersichtlicher Platz mit Bäumen und Büschen ist ideal und dient gleichzeitig als Rastplatz. Im naheliegenden Gebüsch können sich Grünfink, Rotkehlchen, Star oder Specht vor Raubvögeln verstecken.

Futter
Der richtige Futterspender macht es den Vögeln nicht nur leicht an das Futter heran zu kommen, sondern beugt auch Krankheiten vor: Ein Futtersilo im Vogelhaus z.B. verhindert die Vermischung von Kot und Schmutz mit dem Futter. Der Gesundheit der Vögel zuliebe, sollte jedes Jahr neues Futter gekauft werden. Im älteren Futter können sich Krankheitserreger und Spuren von Schimmel befinden. Sonnenblumenkerne fressen die meisten Vögel sehr gerne. Es reicht aber keineswegs aus, den Vögeln nur diese Futterart anzubieten. Sie benötigen weitaus mehr Nährstoffe, Mineralien und Abwechslung im Winter.
Grundsätzlich sind zwei verschiedene Futter zu unterscheiden.

Zu den Körnerfressern zählen z.B. Grünfink, Zeisig, Specht, Dompfaff oder Spatz. Sie bevorzugen Getreidekörner, Kürbiskerne, Haferflocken und zerkleinerte Nüsse. Meisenknödel aus Körnern und Fett liefern zusätzliche Vitamine. Diese können gut unter dem Vogelhäuschen oder an einem Ast in der Nähe platziert werden.

Amseln, Rotkehlchen, Star oder Heckenbraunelle hingegen sind Weichfutterfresser. Sie favorisieren geschnittene Äpfel, Rosinen, getrocknete Beeren, Haferflocken und Insektenmischungen. Bei frischem Obst sollte auf die Temperaturen geachtet werden. Bei Kälte kann das Obst schnell frieren. Hier greift man dann besser auf getrocknete Früchte zurück.

Blumen Risse GmbH & Co. KG, Im Ostfeld 5, 58239 Schwerte,  Tel.: 02304 965-0, Fax: 02304 965-300

Fachverband Deutscher Floristen
Verband Deutscher Gartencenter